Sommeranlass in Wil - Führung Baronenhaus und Kaffee und Kuchen im Restaurant Falkenburg
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des Sommers 2026 - Hitzerekord in der Schweiz - 35° in Wil. Wen wundert’s, dass Präsidentin Doris Kalberer
die Innerwheelerinnen und Herr Ruedi Schär, langjähriger und versierter
Stadtführer, vor der «Falkenburg» nur kurz begrüsst. Denn noch brennt die Sonne
unerbi
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des Sommers 2026 - Hitzerekord in der Schweiz - 35° in Wil. Wen wundert’s, dass Präsidentin Doris Kalberer
die Innerwheelerinnen und Herr Ruedi Schär, langjähriger und versierter
Stadtführer, vor der «Falkenburg» nur kurz begrüsst. Denn noch brennt die Sonne
unerbittlich in die enge Kirchgasse. Für einen schnellen Erfrischungstrunk
reicht die Zeit, dann flieht das Grüppchen ins kühle Entrée des gegenüberliegenden
Baronenhauses, wo die Konzentration für die Erläuterungen von Herrn Schär
leichter fällt. Wil Wil ist ein schmuckes Städtchen, dem es gelungen ist, den ursprünglichen
Charakter der Altstadt, die als besterhaltene der Ostschweiz gilt, zu bewahren.
754 wurde Wil urkundlich erstmals erwähnt, die Stadt blickt folglich auf eine
über tausendjährige Geschichte zurück. Der altehrwürdige «Hof zu Wil», ist das
monumentalste Gebäude und Wahrzeichen der Stadt. Als ehemalige Residenz der
Fürstabtei St. Gallen spielte Wil eine zentrale Rolle in der Region. Um 1200
erfolgte die Stadtgründung durch die Grafen von Toggenburg und 1226 die
Schenkung an das Kloster St. Gallen. Erst nach dem Untergang des Klosters
(infolge der französischen Revolution 1798) konnte sich Wil als selbständige
Munizipalgemeinde befreien. 1803 wurde die Stadt St. Gallen aufgrund ihrer
Grösse und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung als Hauptort des Kantons bestimmt,
während Wil als regionales Zentrum eingegliedert wurde. Baronenhaus Neben dem «Hof» und dem Gerichtshaus (1607) dominiert das
aristokratische Baronenhaus mit
seinem stattlichen Baukörper, dem Turm, der ausgeprägten Arkade und der
dekorativ bemalten Fassade. Der klassizistische Bau wurde im Auftrag eines
hohen Beamten von 1795 – 1797 erstellt. Leider existieren wenige Hinweise über
den Bau. Die Innerwheelerinnen staunen auch ohne ausführliche Details über die
reich ausgestatteten Räume. Die heute für Trauungen, Vorträge und Konzerte
benützten Räume verfügen über reich intarsierte Täferungen. Verschiedene
einheimische Holzarten wurden für die filigranen Einlegearbeiten an Wänden und
Türen verwendet. Unser Führer weist in den Prunkräumen auf die schlichten
Steckborner Öfen hin. Man verzichtete hier auf die üblich kunstvoll bemalten
Öfen, sie sollten dem alleinigen Zweck, die Räume zu wärmen, dienen. 1952 schreckten die Wiler auf, als das
Baronenhaus zu einem Warenhaus umgebaut werden sollte. Dank der Bürgergemeinde,
die den stattlichen Bau erwarb, wurde dieser Plan nicht umgesetzt. Ohne eine kurze Stippvisite im gegenüberliegenden
Stadtmuseum entlässt uns Herr Schär nicht zum Zvieri in der «Falkenburg». Ein
grosses Modell der Altstadt mit allen vier Stadttoren, den Haupt- und
Nebengassen, den ausladenden Plätzen und dem künstlich angelegten Stadtweiher
veranschaulicht das mittelalterliche Wil. Falkenburg Die «Falkenburg» ist das älteste Gasthaus von Wil,
das noch in Betrieb ist. Als katholische Politiker in der «Falkenburg» noch das
Sagen hatten und ihre geheimen Süppchen in diesem Lokal kochten, tauften die
Einheimischen das Traditionshaus «Heilig Grab». Bis heute steht das Lokal aus
dem 17. Jahrhundert im Besitz der Katholischen Kirchgemeinde. Nun aber ist den historischen
Exkursen Genüge getan! Margot Spiller, die zierliche Wirtin, führt uns zwischen
den alten Holzwänden der einfachen Gaststube zum kulinarischen Glück: Meringues
mit Beeren, Glaces, Caramellchöpfli, Schlorzifladen. Letzterer ein
unvergleichlicher Genuss, serviert mit zart schmelzender Sauerrahmglace. Margot
Spiller gewährt uns auch einen Blick in die engen und uralten Vorratsräume unterhalb
der Gaststube. Nur Waghalsige trauen sich auf die gespenstische Stiege - für
die Wirtin und ihre Angestellten tägliche Routine. Nach dem dunklen Kellerverliess werfen wir einen
kurzen Blick ins lauschige Hinterhof-Gärtchen und tragen uns in die Mitbringselliste
für den Brunch ein. Präsidentin Doris Kalberer stellt mit Genugtuung fest, dass
wir heute Nachmittag reich an Wissen über Wil geworden seien. Sie wünscht uns
kühlere Sommertage und freut sich, uns alle am 29. August zum traditionellen
Brunch im Begegnungszentrum VIVA willkommen zu heissen. Erika
Schoberth, Bulletinière